FEUERWEHR FRIESHEIM
FEUERWEHRFRIESHEIM

Friesheim

BASISDATEN
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Gemeinde: Barbing
Einwohner: 699 (stand:01.01.2018)

Nördlich durch die Donau begrenzt, liegt der Ort Friesheim in der Donauebene ca. 12 km ostwärts der Universitätsstadt Regensburg am Rande der Vorberge des Bayerischen Waldes. Der Ort mit 677 Einwohnern liegt 326 m über dem Meeresspiegel und wird von etwa 584 ha Flur umgeben. Von einem Grundherrn namens Frieso entstand aus „Heim des Frieso“ der Ortsname Friesheim. Die älteste Nennung des Ortes Friesheim ist 882 – 902 in den Emmeramer Traditionen zu finden. Es wird ein Grundtausch aus der Gründung eines Frieso erwähnt, zwischen einem Grundherren namens Hitto und dem Abtbischof Tuto sowie den Vögten Berechbar und Avo. Als Zeuge fungierte Isangrim, Graf im Donaugau, wo Friesheim lag. Im 9. und 10. Jahrhundert befanden sich an der Donau entlang Besitzungen der Regensburger Reichsstifte oder der Bischöfe. Aus den Emmeramer Traditionen ist weiter zu ersehen, dass zwischen 1140 und 1160 Grundschenkungen an das Kloster St. Emmeram in Regensburg erfolgten. Graf Raport von Ortenburg hat Friesheimer Güter eines Ministerialen dem Koster vermacht. Dies könnte der Grundstock der Klosterbesitzungen im Friesheimer Raum gewesen sein. Lange Zeit waren auch andere Regensburger Klöster im Donauraum begütert. Am 16. Januar 1212 übergab zum Beispiel Friedrich II., der Enkel Barbarossas, den Regensburger Schottenschlössern St. Jakob und St. Peter je einen Hof in Pfatter und Friesheim. Die Zugehörigkeit zur Herrschaft Donaustauf ist offensichtlich erstmals im Jahre 1329 belegt, als der Richter von Donaustauf den Übergang eines Hofes in Friesheim besiegelte. Eine besondere Zeit der Geschichte war die der Verpfändungen im 13. Jahrhundert für die Burg Donaustauf. Im Jahre 1428 wurde eine Verpfändung von Schloss und Herrschaft Donaustauf mit mehreren Dörfern, darunter auch Friesheim, um 21.000 Gulden und 200 Regensburger Pfennige auf beliebige Wiedereinlösung beurkundet. 

Vom 14. bis zum 18. Jahrhundert blieb Friesheim beim Landgericht Donaustauf, von wo es 1767 durch ein Urteil aus Wien dem Hochstift Regensburg mit allen bisherigen Rechten zugesprochen wurde. Im Stammbuch des Adels in Deutschland kommt auch das altbayerische Adelsgeschlecht „Die Frieshaimer“ zur Erwähnung. 1377 wird beispielsweise ein Heinrich Frieshaimer als Pfarrer aufgeführt. Friedrich Frieshaimer war Bürger Regensburgs, Georg Frieshaimer fürstlicher Zöllner in Ötting am Inn, Jakob Frieshaimer Domherr in Regensburg, Fritz Friesshaymer Richter in Stadtamhof und Stefan Frieshaimer war Pfleger in Köfering. Bis nach Unterösterreich ist das Adelsgeschlecht zu Anfang des 16. Jahrhunderts gekommen und dort wahrscheinlich um 1520 ausgestorben.

1820 waren alle 35 Familien aus Friesheim an das Domkapitel zehentpflichtig. Diese Abgaben waren nicht gering und konnten oftmals nur unter Aufbietung aller Kräfte und Mittel erbracht werden. Das Domkapitel musste des öfteren Erbarmen haben und auf die nächste Ernte warten. Schlimme Katastrophen, Überschwemmungen, Hagelschläge, Missernten und Kriegswirren taten ein übriges dazu bei. Niemand widersprach diesen seit uralten Zeiten verschriebenen Leistungen, aber die Einbringung der Außenstände wurde immer mehr zu einem Problem. Manchmal sollte sogar das Pflegegericht Donaustauf eingreifen. Aus alten Chroniken ist zu ersehen, dass neben den überwiegenden Landwirten auch andere Berufszweige wie Fischer, Schmiede, Wirte, Bäcker, Metzger, Drechsler, Wagner, Krämer, Weber und Schuhmacher im Ort ansässig waren. Schon im 14. Jahrhundert gab es wegen dem regen Schiffsverkehr zur Handelsstadt Regensburg einen ansässigen Schiffsmeister in Friesheim. Seine Aufgabe war es, die Schiffe sicher zwischen Kirchroth und Kreuzhof durch den unkontrollierten Flusslauf zu lotsen. In früheren Zeiten wurden die Lastkähne donauaufwärts an Tauen befestigt von Menschen, Pferden oder Ochsen gezogen. Westlich von Friesheim wurde zum Abschluss des Donauausbaues am 2. Juni 1987 eine 5,5 Meter hohe Säulenskulptur aufgestellt, die auch an diese Zeit der Treidelschiffahrt erinnert.

Durch die Aufstauung der Donau in Geisling und dem damit verbundenen Aufschütten von Dämmen entlang der Ufer ging damit für Friesheim die schreckliche Zeit der regelmäßigen Überschwemmungen zu Ende. Sie waren manche Jahre so schlimm, dass Ernte und Vieh verloren ging und Hungersnöte ausbrachen. Im Laufe der Jahrhunderte wird das Bestehen einer Mühle in Friesheim erwähnt. So wurde unter anderem in einer Tauschurkunde vom Jahr 901 eine Mühle aufgezählt. Der letzte Hinweis ist ein Gesuch von 1832 an die Behörden zum Bau einer fest verankerten Schiffsmühle in Friesheim. Auch ein Hafen, der 1840 erstmals erwähnt wird, befand sich in Dorfnähe und diente hauptsächlich als Umschlagplatz für Holz. Um das Jahr 1887 wohnte ein Bader in Friesheim, der außerdem Leichenbeschauer war und sogar als Arzt fungierte. Laut Aufzeichnungen des Pfarrers Hollweck aus Illkofen gab es schon 1723 einen Lehrer am Ort, der den Unterricht damals in seiner Wohnung abhielt. Im 1865 fertig gestellten Schulgebäude fand der Unterricht bis zur Auflösung der kleinen Dorfschule 1975 statt.

Im Zuge der Gemeindereform wurde Friesheim am 30. April 1978 in die Großgemeinde Barbing eingegliedert und verlor ihre über Jahrhunderte andauernde Selbstverwaltung. Letzte einschneidende Ereignisse in Friesheim waren die 1100-Jahr-Feier im September 2001 sowie die Weihe des neuen Vereinsheims und des Feuerwehrhauses im Juli 2003. Ein Kleinod in Friesheim ist die Marienkirche zu „Unseren Lieben Frau“, ein spätgotischer Bau, der im 18. Jahrhundert teilweise verändert wurde. Noch im Jahr 1817 wird die Kirche als Wallfahrtskirche erwähnt. Die frühere Friesheimer Kapelle auf dem Weg von Friesheim nach Illkofen musste im Jahr 1978 dem Straßenbau weichen. Sie wurde fast an gleicher Stelle neu errichtet und am Kirchweihsonntag 1979 eingeweiht. Die Eigenständigkeit der Gemeinde Friesheim wurde durch den Einmarsch der amerikanischen Truppen unterbrochen. Nach langem Beschuss des Ortes, der große Schäden an den Gebäuden hinterließ, zogen sie am 26. April 1945 um 12.00 Uhr ein und stellten die Orte Illkofen, Auburg und Friesheim bis 1948 unter ihre gemeinsame Verwaltung. 1952 wurde die Ortsstraße mit einer Teerdecke überzogen, hierzu mussten die Bauern Hand- und Spanndienste leisten. Die Kreisstrasse Barbing – Friesheim wurde im Jahre 1973 bis zur Kirche neu ausgebaut, der Weiterbau bis Illkofen erfolgte 1978.

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Freiwillige Feuerwehr Friesheim